Ob ein Technologie-Scouting brauchbare Ergebnisse liefert, entscheidet sich meist am Anfang und am Ende: an einer präzisen Suchfeldbeschreibung und an nachvollziehbaren Bewertungskriterien. Dieser Artikel beschreibt beides.
Ein Suchfeld formulieren
Ein gutes Suchfeld beschreibt die Funktion, nicht die Lösung. Statt „Wir suchen einen Laser-Schweißprozess“ besser: „Wir suchen ein Verfahren, um Kupferkontakte mit definierter Festigkeit und ohne Wärmeschädigung der Isolierung zu fügen.“ So werden auch Lösungen aus anderen Branchen sichtbar.
Dazu gehören Randbedingungen (Stückzahl, Bauraum, Werkstoffe, Normen), Ausschlusskriterien und der Zeithorizont: Wird eine Lösung für den nächsten Produktanlauf gesucht oder für eine Generation in fünf Jahren?
Quellen passend zum Reifegrad
Für frühe Reifegrade sind wissenschaftliche Veröffentlichungen und Forschungsprojekte aussagekräftig, für mittlere Reifegrade Patente, für hohe Reifegrade Produktdatenblätter, Messen und Lieferantenkontakte. Patentanmeldungen werden in der Regel erst 18 Monate nach dem Prioritätstag veröffentlicht. Aktuelle Entwicklungen sind deshalb in Patentdaten noch nicht sichtbar.
Bewertungskriterien
Bewährt hat sich eine kleine Zahl klar definierter Kriterien: technischer Reifegrad (z. B. TRL), Schutzrechtslage, Fertigbarkeit in der geforderten Stückzahl, Verfügbarkeit von Lieferanten, Kosten- und Investitionsrahmen sowie strategische Passung. Jedes Kriterium braucht eine Beschreibung, was eine hohe oder niedrige Bewertung bedeutet, damit Bewertungen vergleichbar sind.
Gewichtete Punktwerte helfen bei der Diskussion, ersetzen aber nicht die Begründung. Am Ende sollte jede Option eine kurze, belegte Einschätzung haben.
Vom Ergebnis zur Entscheidung
Ein Scouting endet mit einer Empfehlung und den nächsten Schritten: Muster anfragen, Lizenzgespräch, Machbarkeitsversuch oder bewusster Abbruch. Ohne diese Übergabe bleibt das Ergebnis ein Bericht.
Häufige Fragen
Wie eng sollte ein Suchfeld sein?
So eng, dass die Ergebnisse vergleichbar sind, und so offen, dass Lösungen aus anderen Branchen nicht ausgeschlossen werden. Hilfreich ist, die gesuchte Funktion statt einer konkreten Technologie zu beschreiben.
Welche Kriterien eignen sich zur Technologiebewertung?
Typisch sind Reifegrad, Schutzrechtslage, Fertigbarkeit, Lieferantenverfügbarkeit, Kosten und strategische Passung, jeweils mit klarer Definition.
Warum fehlen aktuelle Entwicklungen in Patentdaten?
Patentanmeldungen werden in der Regel 18 Monate nach dem Prioritätstag veröffentlicht.